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Perfektionismus ist die Schwester von Nett

Was wäre ich ohne meinen Tatendrang immer alles gut, nein perfekt, machen zu wollen?

 

Alles fing bei meinem Hausarzt an, der mir zum wiederholten mal Blockaden im Halswirbelbereich löste, und das auf die krasse Art (knacks.......).

Als ich mir damals selber (noch) nicht erklärten konnte warum sich meine Muskeln immer wieder so verspannten, so dass sich meine Halswirbel verschoben, kam irgendwann Angst hoch und ich begann aus Angst zum ersten Mal intensiv in mich zu gehen. Immerhin saß ich quartalsweise auf seiner Liege und ließ mich ausrenken.

Mein Körper zeigte mir also ganz klar, dass ich permanent meine Grenzen überschritt und das ohne Pause. Ich fühlte mich innerlich schlecht und depressiv, kein Wunder, denn zu der Zeit waren (nach zwei Schwangerschaften) meine Speicher auch verbraucht (Eisen, Vitamine etc). Heute weiß ich, dass ich ziemlich ausgebrannt bzw. erschöpft war, es mir aber nie selber eingestanden hätte. 

 

Wann fing das Ganze an?

 

Perfekt sein zu wollen zieht sich gefühlt durch mein ganzes Leben. Das fing schon als Mädchen in der Schule im Sportunterricht an, in dem ich immer in den Kampf zog um die Beste sein zu wollen. Bloß nicht hinten runter fallen und zurück bleiben. Kampfgeist zeigen und mithalten - aushalten - durchhalten, was für ein Druck. 

Später war es der Fokus auf die perfekte Figur (Diätwahn), den besten Job und das abwechslungsreichste Leben leben.

Mir hat mal jemand im Studium gesagt ich wäre eine Power Frau, und das hat mich mit Stolz erfüllt. Perfektionisten spornt sowas an und mich auch. Immer weiter, besser, schneller und bloß nicht stehenbleiben und inne halten. Typische Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, ausbleibende Periode und Verspannungen wurden ausgeblendet oder bei Bedarf mit Schmerzmittel oder in Form von durchzechten Partynächten mit Alkohol behandelt.

 

Den Blick nach innen richten

Yoga half mir Stück für Stück die Bremse zu ziehen. Anfangs konnte ich zum Teufel nicht ruhig liegen denn mein Monkey Mind war alles andere als zu beruhigen. Ich blieb aber dran, denn die Atmosphäre der Yoga Community gefiel mir. Ich fühlte mich zum ersten Mal bedingungslos angenommen ohne das ich was leisten musste. Ich konnte so sein wie ich bin, einfach nur Dajana.

 

Im Alltag fiel es mir schwieriger denn ich neige auch heute noch dazu die Dinge die ich anpacke perfekt machen zu wollen. Die Grenze zwischen gut und perfekt definiere ich selbst, denn dahinter liegt meine Vorstellung davon, wie ich zu sein haben wenn ich mich nach außen zeige. Leistung und dadurch Anerkennung zu erhalten war ein großes Thema in meiner Familie. Ich lernte schnell, dass ich jemand bin, wenn ich genügend leiste und den Maßstäben anderer gerecht werde. Der Tod jeglichen Selbstwertgefühls und Selbstbewusstseins. 

 

Erkenntnisse

Mir half es sehr, auch wenn ich so manche Abende durchgeweint habe, zu erkennen, das mein Selbstbild nicht von Selbstliebe geprägt war. Mein Denken war geprägt von der Angst, was denn andere Menschen über mich denken und sagen. Ich deutete jeden Blick als gegen mich und nahm fast alles persönlich. Du kannst dir vorstellen, dass das einen Einfluss in alle Lebensbereiche hat. 

 

Fest verankerte Glaubenssätze wie : Du bist nicht gut genug usw. verloren aber nach und nach ihre Macht, in dem ich mich um mich, meine Seele und meinen Geist kümmere. Dazu gehören definitiv eine regelmäßige Yogapraxis, Meditation, Rückzug und Pausen (mehrmals tgl.), Spiritualität, das Hören auf meine Intuition, auf mein Herz und das Erkennen von Widerständen. Denn Widerstände haben immer mit uns zu tun. Sie zeigen uns einen Teil auf, der noch geheilt werden darf. 

 

Als Coach möchte ich dir noch mit auf den Weg geben zu schauen ob es Menschen in deinem Umfeld gibt die dich und dein Geschenk für die Welt hemmen oder blockieren. 

Ich habe zerbrochenen Freundschaften lange hinterher getrauert und die Schuld bei mir gesucht. Als ich aber innerlich stärker und bewusster wurde habe ich gemerkt, dass alles gut so war wie es war. 

Deshalb möchte ich dir heute noch einen Tipp mitgeben, und zwar umgebe dich mit Menschen die dir gut tun. Immer! Und wer weiß, vielleicht wird ja eines Tages aus einem Wegbereiter ein Wegbegleiter. 

 

Nach etwas zu Streben ist nichts Schlimmes, sofern es uns gut tut. Perfektionismus tut nicht gut! Es macht bekanntlich das Maß aus was wir an den Tag legen um unsere Ziele zu erreichen. Ich habe gelernt ein gesundes Mittelmaß in allem zu entwickeln und mit Hilfe von meinem Bauch zu spüren wann mir etwas zu viel wird oder mir nicht mehr dient. Es gelingt mir nicht immer aber ich bin ja noch auf meiner Reise und ich werde täglich besser :) Du auch?

 

In Liebe und Wertschätzung, Deine Dajana.